Am 6. und 7. Juni 2017 besuchten die Bundestrainer Peter Zaar (Leichtkontakt), Kai Becker (Vollkontakt) und Frank Feuer (Pointfighting) sowie Sportdirektor Andreas Riem eine Veranstaltung des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig. Auf dem Bundestrainerforum ging es um die „Periodisierung in den Zweikampfsportarten“. Zum wiederholten Mal nahmen Vertreter der WAKO Deutschland am besagten Forum teil und fanden sich im Kreise der Bundestrainer u.a. aus den Sportarten Fechten, Boxen, Ju-Jutsu, Ringen, Taekwondo oder Judo wieder.

Im offiziellen Teil präsentierte Kai Becker im Allgemeinen den Rahmentrainingsplan der WAKO Deutschland für den Bereich Kickboxen. Im Vortragsverlauf konkretisierte Becker seine Präsentation und referierte im Speziellen über den Rahmentrainingsplan des deutschen Vollkontaktkaders. Des Weiteren wurde über die Trainingsarbeit, das heißt über Blockbildung, Technik und Taktik diskutiert. Es zeigte sich, dass der deutsche Rahmentrainingsplan, erarbeitet von Peter Zaar, dem Fachpublikum standhielt. Außerdem zeigten sich alle Bundestrainer samt Sportdirektor beeindruckt vom Engagement der Judokas und der Fechter, die allesamt ein beeindruckendes Wettkampfprogramm fahren. Peter Zaar stellte erneut fest, und wurde von seinen Bundestrainerkollegen der anderen Sportarten bestätigt, dass es auf die richtige Dosierung ankommt und „weniger manchmal mehr ist.“ Frank Feuer und Andreas Riem zeigten sich zudem beeindruckt von den unterschiedlichen Qualifizierungsmodellen, die die Sportler durchlaufen müssen, um sich für eine Auswahl zu qualifizieren bzw. ihr Engagement refinanziert zu bekommen. Hier zeigte sich auch, dass das Einführen der Ranglisten national wie international der richtige Schritt für den Kickboxsport ist.

Zusammengefasst war das Meeting in Leipzig eine erstklassige Gelegenheit für das Ausbauen des persönlichen Netzwerks auf ganz hohem Niveau. Dass Repräsentanten einer nichtgelisteten Sportart des IOC an diesem Forum teilnehmen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Wissenswert

Durch den Boxsportartikelhersteller Peter Paffen lernte Bundestrainer Peter Zaar im Jahr 1992 den Lehrwart des Deutschen Boxverbandes, Dr. Michael Bastian, kennen. Dr. Bastian war am Institut für Angewandte Trainingswissenschaften Abteilungsleiter für Technisch/Taktische Sportarten/Zweikampfkampfsportarten. Als Mentor begleitete Bastian Zaar und ermöglichte zusammen mit dem Direktor der Uni Leipzig, Professor Helmut Kirchgäßner, dem Kickbox-Bundestrainer Zaar eine fundierte Trainerausbildung. Aus dieser Zusammenarbeit resultierte letztendlich die Kooperation der WAKO Deutschland mit dem IAT sowie die komplexe Leistungsdiagnostik im Kickboxen. Und außerdem auch die Unterstützung beim Lehrbuch „Kickboxen: Von den Grundlagen bis zum Hochleistungstraining“ des Autors Peter Zaar.

 

Text: Lars Eckhoff
Foto: WAKO Deutschland