Mittwoch 1. Wettkampftag

Arben Ftac siegte nach einem spannenden Kampf der lange Zeit ausgeglichen war gegen Streich Anton (Schweiz) mit 15:11. Pech hatte Sandra Melcher, sie verlor ihren ersten Kampf gegen -55 kg Sandra Melcher gegen Billie Abdulla (England) mit 10:11 in der Verlängerung. Ebenfalls mit einer Niederlage endete der Kampf von Michael Diener. Er unterlag nach drei Runden gegen den Polen Sakek Pucharcz mit 0:3 Kampfrichterstimmen. Nikolaj Ride hatte etwas Glück bei seinem ersten Kampf. Der Arzt brach den Kampf gegen Artur Cieciusa (Polen) nach der ersten Runde wegen einer Verletzung des Polen ab. Robert Knödlseder konnte seinen Kampf gegen Belguith Malek (Schweiz) souverän mit 19:13 gewinnen. Ebenso wie Sandra erging es auch Nicole Blab. Nicole führte kurz vor Ende des Kampfes gegen Maria Bourdala aus Griechenland ehe sie die Treffer zur 18:19 Niederlage hinnehmen musste. Ebenfalls ausgeschieden ist im Vollkontakt trotz gutem Kampf Serdar Kaplan. Er unterlag dem Ungarn Gabor Gorbics mit 0:3 Kampfrichterstimmen. Auch für Faton Rexhaj war das Turnier nach der ersten Runde bereits zu Ende. Auch er gab alles, konnte aber die 12:14 Niederlage gegen Emanuil Dimitrov (Bulgarien) nicht abwenden. Mit einem  10:8 Erfolg konnte Christian Welker in die nächste Runde einziehen. Er besiegte mit dem Schweizer Christian Boujibar einen der Mitfavoriten auf den Titel. Auch Daniel Händel kam mit der Doppelbelastung als Coach und Kämpfer im ersten Kampf gut zurecht. Er siegte in seinem Kampf gegen den Russen Ivan Bebik mit 26:18 Treffern. Robert Knödlseder konnte auch seinen zweiten Kampf gegen Robert Sczezesnewsko (Polen) 16:10 gewinnen. Damit sicherte sich Robert die Bronzemedaille. Danach folgten mit den Niederlagen von Ftac Arben gegen Santon Keorin aus Belgien (9:18) und Nik Bachinger gegen den starken Ungarn  Szolt Nagy zwei schlechte Nachrichten. Beide mussten sich nach guten Kämpfen geschlagen geben. Ebenso erging es Christian Lohmann. Er verlor seinen Kampf gegen Gaulis Dimitri (Schweiz) leider nach Punkten. Nach gutem Beginn kam Christian plötzlich nicht mehr mit dem Gegner zurecht und musste so die Niederlage hinnehmen. Dimitri Hait kam eine Runde weiter. Er siegte nach drei Runden in denen er seinen Gegner Antic ( Serbien) klar beherrschte mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Lukasz Makarewicz  konnte im Anschluss seinen Kampf gegen den Österreicher Patrick Gerdenitsch klar mit 3:0 Kampfrichterstimmen gewinnen. Yamille Castillo Preuß verlor dagegen ihren Kampf gegen Plamena Dinova aus Bulgarien knapp mit 1:2 Kampfrichterstimmen. Es folgte die Eröffnungsfeier. Danach siegte im Viertelfinale Daniel Händel gegen den an Nummer eins gesetzten Türken Ozcan Cakmakc nach einem spannenden Kampf mit 15:13 Treffern und steht im Halbfinale. Daniel Händel hat die Bronzemedaille sicher. Und auch Sabine Seifert konnte ihren ersten Kampf gewinnen. Sie besiegte nach einem tollen und hart geführten Kampf die Türkin Seda Duyan Aygun mit 3:0 Punktrichterstimmen. In der zweiten Runde musste die Türkin nach einem harten Treffer zu Boden und angezählt werden. Dies war die Wende im Kampf. Damit hatte Deutschland zwei Medaillen schon sicher.


Donnerstag 2. Wettkampftag

Am zweiten Tag fanden am Morgen die Formenwettkämpfe mit Waffen statt. Im Formenwettbewerb war an diesem Tag nur Judith Weck auf der Matte. Sie erreichte in der Waffenkategorie den 5. Platz. Ein kleiner Patzer kostete ihr Rang vier. Dennoch eine tolle Leistung. Die Kämpfe im Semi- und Vollkontakt begannen im Anschluss um 11.00 Uhr (10.00 Deutscher Zeit). Alle die am zweiten Tag an der Reihe waren  hatten die Chance sich mit einem Sieg eine Medaille zu erkämpfen. Da gab es gleich zu Beginn zwei weitere Medaillen für Deutschland. Adriane Doppler und Johannes Wolf konnten sich mit ihren Siegen ebenfalls bereits die Bronzemedaille sichern. Adriane gewann ihren Kampf gegen Amalia Koleva (Bulgarien) bereits in der zweiten Runde mit 13:3 Treffern durch technisches ko. Johannes Wolf tat sich gegen Roman Oanasiuk (Ukraine) schwer und erst eine Steigerung in der dritten Runde brachte den Sieg. Es folgten zwei weiter Medaillen für unser Team. Christian Welker konnte sich gegen Steve de Block knapp mit 13:12 Treffern durchsetzen und das obwohl er schon mit 1:7 im Rückstand lag. In der dritten Runde drehte er den Kampf noch zu seinen Gunsten. Auch Julia Irmen kam ins Halbfinale und sicherte sich eine Medaille. Sie besiegte in ihrem Kampf Nicole Trimmel (Österreich) deutlich mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Pech hatte Nikolaj Ride gegen Pzodan Torchev (Bulgarien). Er verlor nach Punkten. Es ist leicht von Fehlurteilen zu sprechen und wer mich kennt, weiß dass ich Niederlagen unserer Sportler auch wenn sie knapp ausfallen akzeptieren kann. Doch in diesem Kampf  war Nikolaj der klar bessere Mann. So war für mich das Urteil mehr als unverständlich. Aber vermutlich war es für das Fernsehen wieder einmal wichtig einen Bulgaren im Finale zu haben. Auch Nadia Fritsche schaffte es leider nicht. Obwohl sie der Russin Irena Gavrelova einen super Kampf lieferte und beide Kämpferinnen Treffer austeilten und einsteckten reichte es am Ende nicht ganz. Nadia verlor knapp nach Punkten, konnte mit ihrer gezeigten Leistung aber sehr zufrieden sein. Mit Dimitri Hait und Lukasz Makarewicz hatten zwei weitere Sportler die Chance eine Medaille für Deutschland zu holen. Und Sabine Seifert, Robert Knödlseder und Daniel Händel konnten aus ihrer Bronzemedaille eine silberne machen. Robert Knödlseder schaffte dies auch mit einem Sieg gegen Svonko Gribl: Er gewann in der Verlängerung mit zwei Treffern unterschied und stand somit im Finale.

Bronze für Daniel Händel

Eine Bronzemedaille gab’s im letzten großen Internationalen Turnier seiner Laufbahn für Daniel Händel. Er unterlag Lee Matthews aus England und belegte somit den dritten Platz. Noch einmal ein gutes Resultat angesichts der starken Gegner. Auch mit seinem Einstand als Bundestrainer konnte er ganz zufrieden sein. Immerhin hatte das Semikontaktteam bis dahin eine Bronze und eine Silbermedaille sicher und drei Kämpfer hatten noch die Chance aus Bronze Silber oder gold zu machen. Mit dem undankbaren fünften Platz musste sich Dimitri Hait zufrieden geben. Er unterlag dem Bärenstarken Norweger Christian Kutningen der am Ende auch Europameister wurde, nach einem von beiden Seiten hart geführten Kampf in dem sich die Kämpfer nichts schenkten, nach Punkten. Im Anschluss unterlag Lukasz Makarewicz dem Griechen Veniamin Davidis nach einem ebenfalls hart geführten Gefecht mit 1:2 Punktrichterstimmen.

Bronze für Adriane Doppler und Christian Welker

Adriane unterlag der Slowenin Ana Znaor knapp mit 14:16 Treffern und sicherte sich damit ebenfalls den dritten Platz und die Bronzemedaille. Ebenso wie Christian Welker. Er verlos gegen Lasold Bombos (Ungarn) nach gutem Start ebenfalls nach Punkten und musste somit ebenfalls mit der Bronzemedaille zufrieden sein. Damit sah das Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt folgendermaßen aus. Im Semikontakt von neun deutschen Teilnehmern drei Bronze Medaillen und eine Silbermedaille welche  noch zu Gold werden konnte. Im Vollkontakt hatten von elf Teilnehmern bisher drei eine Bronzemedaille sicher. Diese konnten noch zu Silber oder Gold werden. An diesen Tag kämpften noch Sabine Seifert und Johannes Wolf um den Einzug ins Finale. Am dritten Tag dann Julia Irmen um die Bronzemedaille. Im Vollkontakt im Vergleich zum letzten Jahr in dem keine Medaille erkämpft wurde eine deutliche Steigerung.

Bronzemedaille für Sabine Seifert

Sabine verlor leider nach gutem Kampf mit 1:2 gegen die boxerisch bessere und spätere Europameisterin Nadiya Khayeno aus der Ukraine. Sabine zeigte trotz der Niederlage bei ihrem ersten internationalen Auftritt im Vollkontakt eine gute Leistung und konnte mit der Bronzemedaille angesichts der starken Gegnerinnen auch zufrieden sein.

Bronze auch für Johannes Wolf

Auch Johannes sicherte sich die Bronzemedaille. Gegen den Polen gab Johannes alle, doch eine gebrochene Rippe gleich zu Beginn des Kampfes behinderten ihn doch in seinen Aktionen. So siegte der Pole mit 0:3 Kampfrichterstimmen und für Johannes gab es am Ende die Bronzemedaille. So hatte vom Vollkontaktteam am letzten Tag noch Julia Irmen die Chance aus Bronze Silber oder Gold zu machen.


Freitag 3. Wettkampftag.

Silbermedaille für Robert Knödlseder

Robert Knödlseder erkämpfte sich bei der Europameisterschaft in Varna die Silbermedaille. Er verlor gegen den Ungarn Kristian Jaroszkievicz das Finale knapp nach Punkten. Robert gab im Kampf drei Runden lang alles, doch die Kampfrichter sahen viele seiner Kicks einfach nicht und wertenden meist nur die Handtechniken des Ungarn. Trotzdem kann das Semikontaktteam mit den drei Bronzemedaillen von Adriane Doppler, Christian Welker und Daniel Händel, sowie der silbernen von Robert Knödlseder mit dem Abschneiden sehr zufrieden sein.

Im Vollkontakt zog Julia Irmen mit einem spektakulären ko Sieg nach nur ca. 30 Sekunden ins Finale ein. Ein gedrehter Sidekick zum Körper brachte die frühe Entscheidung für die Deutsche Kämpferin. Damit stand Julia im Finale und kämpfte am letzten Tag um die Goldmedaille. Weiterhin waren noch die Formenläufer am letzten Tag am Start und konnten ebenfalls noch für Medaillen sorgen.


Samstag letzter Wettkampftag.

Silbermedaille für Julia Irmen

Julia Irmen unterlag im Finale gegen die Polin knapp nach Punkten und sicherte sich die Silbermedaille. Julia kam mit dem Stil der Polin, welche laufend klammerte und den Kampf so unterbinden konnte nicht so zurecht. So musste sie sich mit der Silbermedaille zufrieden geben.

Bronzemedaille für das Team

Beim Teamfight erkämpfte sich das deutsche Team mit Christian Welker, Robert Knödlseder, Ftac Arben, Faton Rexhaj, Adriane Doppler und Nicole Blab die Bronzemedaille. Den ersten Platz sicherte sich Ungarn welche die Italiener im Finale besiegen konnten. Mit Deutschland auf Platz drei kamen die Engländer. Deutschland besiegte im Viertelfinale das Team aus Russland und hat mit dem dritten Platz beweisen, dass wir zu den vier Besten Teams in Europa zählen. Und das obwohl so starke Kämpfer wie Harald Schmidt oder z.B. Tonbias Weiss nicht dabei waren. Die im Teamkampf eingesetzten Sportler enttäuschten jedoch nicht und zeigten eine tolle Leistung.

Bei den Formenläufern erreichte Homayun Bayani den vierten Platz. Auf Platz fünf kam Judith Weck und den siebten Platz belegte bei ihrem ersten Internationalen Auftritt Sarah Weber. Auch die Forenläufer zeigten gute Leistungen und dürfen in der Zukunft auf eine Medaille hoffen.

Insgesamt kann die Europameisterschaft als ein gutes Turnier gesehen werden. Eine Silber und  drei Bronzemedaillen im Semikontakt, eine Silber und zwei  Bronzemedaillen im Vollkontakt sowie die Bronzemedaille im Teamfight waren ein durchaus gutes Ergebnis. Fehlt für die Zukunft nur noch eine Medaille bei den Formenläufern. Der Teamgeist war hervorragend. So unterstützten die Vollkontaktkämpfer auch die Semikontaktsportler bei ihren Kämpfen und umgekehrt. Dies galt auch für die Formenläufer.

Ein großes Lob auch an die Kampfrichter Kathrin Soßna und Rainer Giel, welche wieder zu den besten des Turniers gehörten.

Das Deutsche Team bei der Europameisterschaft.

Zu den Bildern

Text/Fotos: Werner Sossna